Von Katern und Katzen und sinnvollem Leben an sich

Catalina Cudd, Autorenkollegin mit Romanen voller Sex, Crime & Rock’n Roll, fragte mich, ob ich denn auch ein Haustier habe. Nein, eigentlich fragte sie, ob ich auch mit so einem Viech zusammenleben würde, das mir in die Tastatur sabbert oder mich am Schreiben hindert. Viech? Nein, natürlich nicht. Mistvieh? Äh, nein? Einen lieben Kater. Schwarz …

Was bedeutet BDSM?

Auf der Leipziger Buchmesse wurde ich mehrfach gefragt, was denn BDSM überhaupt ist. Bei der Erklärung des Akronyms und der letzten Kombination SM kam dann oft ein erkennendes „Ah!“, weil diese Abkürzung so ziemlich jedem bekannt ist. BDSM wird für Uneingeweihte häufig mit Schlagen oder Fesseln gleichgesetzt. Dabei ist es so viel mehr. Gerade der D/s-Aspekt, …

24/7

24 Stunden, 7 Tage die Woche. Für die Nichteingeweihten: Gemeint ist die Unterwerfung unter den Partner, nicht die Öffnungszeit des Supermarktes. Von manchen wird die Variante als TPE bezeichnet, Total Power Exchange, andere schließen einen Sklavenvertrag, der den submissiven Part ganz dem Dominanten übereignet. Das ist keine Rolle, die man spielen, keine fremde Haut, in …

Tanzende Doms

Meine über alles geliebte andere Hälfte geht seit einiger Zeit mit mir tanzen. (Alle Neidbekundungen anderer weiblicher Hälften bitte in den Kommentaren – Männer: lest euch jede einzelne davon durch!) Beim letzten Mal versuchte unser Tanzlehrer der ganzen Truppe einmal mehr etwas einzubläuen, was nicht offensichtlich ist: Mann braucht eine Partnerin, die sich zwar durchaus …

Master and Slave

Im Baumarkt-Prospekt ist eine Steckdosenleiste abgebildet.  Wie bitte?  Alle, die etwas mit Technik anfangen können, wissen Bescheid. Für die anderen stellt sich vermutlich die Frage, was hat der Baumarkt mit BDSM zu tun?  Nun, außer der Tatsache, dass es dort die interessantesten Spielzeuge gibt (und ich seitdem freudig nicke, sobald mein Liebster einen Besuch im …

Wien und nackte Frauen

Ich bin zurück aus Wien, nach einigen Tagen Kultur, Architektur, guten Essens und abgelaufenen Hacken sitze ich wieder an meinem Schreibtisch in Deutschland. Beim Zurückblicken muss ich wieder lachen über meinen Besuch im Oberen Belvedere, wo man Kunstwerke aus dem Mittelalter bis zur Neuzeit betrachten kann. Besonders imponiert haben mir einige der barocken Gemälde, die …

Morgensex

Die Uhr zeigt die Zahl fünf vorneweg – zu früh. Es ist Wochenende, wir brauchen nicht um diese Zeit aufzustehen. Ich drehe mich auf die andere Seite, weg von dem Körper, dessen Wärme bis zu mir strahlt. Uns wird meist zu warm, wenn wir zu dicht aneinander kuscheln. Schade, aber unsere Heizsysteme funktionieren konträr. Ich …

Erotik am Bein – Strümpfe

Wie kommt es, dass Männer so darauf abfahren? Bestrumpfte Beine wirken verlockend.  Kleine Mängel werden ausgeglichen durch das seidige Glänzen (nicht dass Frauen Mängel an den Beinen hätten!). Eine Berührung  ist durch die zarte Glätte äußerst sinnlich. Möglich ist auch eine gewisse „Verruchtheit“, die von einer Strumpfträgerin ausgeht, eine Konditionierung aus der Zeit, da Frau …

Eine Berührung

wordle berührung

Er streichelt mir im Vorbeigehen über den Hintern.

Etwas erwacht tief in mir. Erst ein winziger Funke, dann ein Flämmchen. Unsere Küche ist klein, weswegen ich mit einer unscheinbaren Bewegung eine Berührung haben kann. Meine Hüfte an seinem Po. Dazwischen Stoff, seine Hose, meine Hose, sein Slip. Der Stoff, der sich als dünnes Band zwischen meine Backen schmiegt, ist nicht der Rede wert.

Woran liegt es? Kann ich den Atem hören? Entsteht ein elektrisches Feld zwischen unseren Körpern? Was auch immer es ist, es ist spürbar, wenn auch nicht messbar. Sex ist in der Luft. Noch schwach, nicht brennend, aber wie eine Flamme, die über die Haut streicht.

Er übt Druck aus, hält gegen meine Berührung an. Dadurch vergrößert sich die Fläche, der Ellbogen kommt hinzu, der sich in meinen Rücken drückt, der Oberarm. Hier sind es nur zwei dünne Lagen, sein T-Shirt und meine Bluse. Hier spüre ich Körperwärme zusätzlich zu dem köstlichen Druck.

Ich liebe Berührungen, egal wie und wo. Ich bin ein sehr haptischer Mensch, brauche Körperkontakt, fingere gerne an dem Stoff seines Hemdes, lege meine Hände auf seinen Schenkel oder streichle durch sein Haar. Weshalb es mich verrückt macht, wenn er mich fesselt, mich daran hindert, meiner Sehnsucht nachzugeben, ihn zu berühren.

Haut ist ein so wundersames Organ, so großflächig, sensitiv, so unterschiedlich in Textur und Form, dass ich sie stundenlang erforschen könnte, jede glatte genauso wie jede faltige Stelle ertasten, jede Temperaturänderung, jeden Feuchteunterschied erfühlen möchte.

Ich mache eine reibende Bewegung, wie eine Katze, die ihren Besitzer kennzeichnen will. Genauso möchte ich ihn kennzeichnen, mit meinem Duft, Spuren hinterlassen, die uns binden, unsere Zusammengehörigkeit beweisen.

Ich muss an andere Möglichkeiten denken, an andere Situationen, sie springen in mein Bewusstsein wie Lichtstrahlen durchs Blätterdach. Situationen, in denen er mich markiert hat, mehr als nur seinen Duft auf mir hinterlassen hat.

Ach, dieses berauschende Gefühl von Erregung, die sich langsam in meinem Körper ausbreitet. Wärme, aber noch viel mehr. Nervenbahnen aktivieren sich, leiten erinnerte Berührungen ans Hirn, Muskeln erwärmen sich und zucken probeweise, Sinne werden achtsam ausgerichtet auf kleinste Zeichen von Stimulation. Dort unten, in meinem Zentrum, wo sich alles konzentriert, laufen alle Nachrichten zusammen, werden sofort umgesetzt in Vorbereitungen, produzieren Feuchte, lassen anschwellen, schwemmen sauerstoffgetränktes Blut in die Zellen. Atem beschleunigt sich, Herzschlag auch, damit alles versorgt werden kann, Speichel fließt.

Und das alles in wenigen Sekunden, ausgelöst durch eine einfache Berührung, ein Streifen von Fingern, sanftem Druck, wohlbekanntem Duft, wortloser Liebe.